Hallo liebe Leser,

wir sind seit ein paar Tagen aus dem Sommerurlaub zurück. Dieses Jahr war wieder Istrien angesagt mit einem kleinen abschließenden Abstecher ins Landesinnere von Kroatien. Dazu aber mehr in einem eigenen Beitrag.

Am 5. August gings los Richtung Süden und dieses Mal hatten wir wirklich Glück: keine 12 Stunden für 650 km. Dafür gab es während der ganzen Fahrt Regen, Regen und nochmals Regen. Kurz vor Valalta fielen noch immer ein paar Regentropfen und das Autothermometer zeigte traurige 17.5 Grad Außentemperatur an. Mit jedem Kilometer wurde es aber ein klein wenig wärmer und wir schlossen Wetten ab, wie warm es letztendlich in unserem Urlaubsort sein würde. In Anbetracht des blauen Himmels, der vor uns lag, wettete ich auf kecke 22 Grad und Uwe lachte nur. Wer Recht behalten hat, könnt Ihr Euch an einem Finger abzählen 🙂

Nach einer kleinen Stärkung in einem Restaurant an der Straße fuhren wir dann wenig später in das Camp ein und bezogen unser geräumiges Mobilhome. Ich hatte mein eigenes Bad und Uwe seines – es lebe die Dekadenz, auch wenn es nur ein unvorhersehbarer Nebeneffekt war.

Jedenfalls schien die Sonne vom blauen Himmel, als ob in den letzten Tagen und Wochen nichts gewesen wäre. War es aber doch, denn dieser Sommer war bis dahin ziemlich verregnet in Istrien und der Regen hat damit dem Land ein grünes Kleid verpasst, was ich so im Süden auch noch nicht gesehen habe. Außerdem war es kühler, als im letzten Jahr, obwohl es 3 Wochen früher war.

Da Uwe sich gleich am ersten Tag am Strand schon einen kleinen Sonnenrand zugezogen hatte, waren wir „leider“ dazu verdammt, die nächsten beiden Tage anders zu verbringen. Erinnerungen an Gran Canaria im Oktober 2008 wurden wach ;-). Da wir aber unsere E-Mountain-Bikes mitgenommen hatten, kam keinerlei Langeweile auf. Mit den Bikes erkundeten wir an einem Tag die nähere Umgebung und entdeckten dabei wunderschöne Wege und Stellen, die man mit dem Auto so nie gesehen hätte. Das gilt übrigens für alle unsere Radtouren in diesem Urlaub.

Alle Nase lang sieht man an der Straße Verkaufsstände. Die Bauern der Umgebung bieten ihre Waren feil. Das istrische Olivenöl soll das beste sein, das es gibt und so machten wir auch an einem absolut unscheinbaren Stand Halt. Der Bauer führte uns in eine Art Garage, wo er ungeahnte Schätze lagerte und uns dieses und jenes zum Probieren anbot, ohne aufdringlich zu werden. Mit Öl, Wein, dem typisch istrischen, geräucherten Schafskäse und ein wenig Salat im Rucksack ging es dann zurück.

 

 

Abends gab es dann ein sehr leckeres Essen in Rovinj. Ich denke nicht, dass über das Essen in Istrien noch viel erzählt werden muss, das habe ich ja beits im letzten Jahr ausgiebig getan 😉 Nur noch ein paar Restauranttipps, falls sich einmal jemand in die Gegend verirren sollte: Das SCUBA in Rovinj gleich am Hafen in einer kleinen Parallelstraße, bevor man die kleinen Gassen der Altstadt betritt und das DREAM, das hinter dem Hafen liegt. Beide Restaurants sind leicht zu ergoogeln. Viel besser wird man in Rovinj wohl kaum essen können.

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Am nächsten Tag ging es mit dem Auto nach Labin auf der anderen Seite Istriens. Das ist ein sehr hübsches, altes Städtchen mit zahllosen engen Gässchen und vielen bunten, beblumten Häusern. In der Pizzeria MARCO POLO kann man eine sehr gute Holzofen-Pizza vor einer malerischen Kulisse genießen. Die malerische Kulisse stellt das alte Fischerdörfchen Rabac dar, das natürlich unbedingt besucht werden musste. Leider stellte sich das alte Fischerdörfchen als ein unmögliches Touristen-Nepp-Kaff heraus, sodass wir dort einen ca. 15-Minuten-Aufenthalt hatten. Nicht mal Parkgebühren mussten wir für die paar Minuten zahlen 🙂 Ärgerlich war das dann ja auch, denn wir hätten dann noch ein wenig länger in Labin bleiben können. Aber wer weiss sowas schon vorher?

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So und dann kam der Tag, an dem ich schlapp gemacht habe. Uwe hatte die wahnwitzige Idee, mit den Rädern auf die andere Seite des Limski-Kanals zu fahren. Das sind ungefähr 30 Kilometer, die wir spielend geschafft hätten. Nur haben wir die Steigungen leider irgendwie erfolgreich verdrängt  und so schwanden meine Kräfte kurz vor dem Ziel Vrsar zusehends. Es war also klar, dass eine Rückfahrt auf den Radl nicht möglich war und so orderte Uwe kurzerhand ein Wassertaxi, das uns gegen Abend zurück nach Valalta bringen sollte. Genügend Zeit also zum Bummeln, Schauen, Essen und Ausruhen. Vrsar ist sehr viel weniger touristisch, als Rovinj oder Labin. Sehr ruhig eigentlich, aber mit einem tollen Yachthafen. Ich entdeckte in diesem Hafen ein kleines Motorboot vom Motorbootclub Saarbrücken e.V. (wo ich herkomme) – die Welt ist eben ein Dorf.

 

Den absoluten Knaller erlebten wir jedoch auf dem Wasserweg zurück, denn urplötzlich tauchen zwei Delphine in der Nähe des Bootes auf. Ganz dunkel waren sie und sie ließen sich überhaupt nicht stören bei ihrer Jagd nach Nahrung.

Die Küste Istriens gilt als die sauberste am Mittelmeer und die Gegenwart von Delphinen spricht wohl für eine sehr gute Wasserqualität. Von diesen sauberen Wasser haben wir einiges abbekommen und so kamen wir nass und ein wenig verfroren, aber sicher in Valalta an.

Ein paar Tage später gab es nachts ein Gewitter und es hat bis in die Morgenstunden geregnet. Grund genug, nach Porec zu fahren. Allein schon wegen Paul. Paul ist eine Laufente aus Bambusholz und sollte der Partner für unsere Pauline werden, die uns im letzten Jahr in die Tasche gehüpft war. Porec ist immer einen Besuch wert. Es gab wieder so viel Neues zu sehen und zu entdecken.

 

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Nun neigte sich unser Aufenthalt leider schon ein wenig dem Ende zu und eine dritte Tour mit den Rädern trauten wir uns noch zu: eine ca. 30km-Tour rund um Rovinj sollte es dieses Mal werden. Man muss Uwe wirklich lassen, dass seine Tourplanungen immer ein gewisses Abenteuerpotential bergen. Jedenfalls sind wir Off-Road-Wege und Single-Trails gefahren, die wohl seit Jahren kein Fahrzeug mehr gesehen haben und mir ist dabei einige Male ganz spontan der Film „Die Wand“ in den Sinn gekommen, während uns eine gefühlte Ewigkeit keine Menschenseele mehr begegnet war 😉 Plötzlich zog ein Gewitter auf und wir fuhren direkt in eine schwarze Wand hinein. Zum Glück drehte sich unser Weg ein wenig weg und wir fuhren einige Zeit vor dem Gewitter her. Ich hatte so eine große Angst, dem Unwetter ungeschützt ausgesetzt zu sein, dass ich ungeahnte Kräfte entwickelte und Uwe ohne Unterstützung meines Akkus fast davon geradelt wäre 😀 Geschafft. Fünf Minuten später hätten nicht mehr gereicht.

Einen Tag später haben wir den örtlichen Friedhof besucht. Ich liebe Friedhöfe. Man kann sich dann so wunderbar ausmalen, was für Menschen das wohl waren und was für ein Leben sie hatten. Ich habe mich gefragt, wie viele Einwohner das kleine Städtchen Rovinj wohl hat, denn ich habe selten einen größeren Friedhof als diesen gesehen. Es sind so ca. 14.000 Einwohner. Das ist unglaublich, gemessen an der Vielzahl der Gräber. An den Namen erkennt man noch sehr deutlich die Zugehörigkeit Istriens zu Italien. Einen einzigen deutschen Namen habe ich gesehen.

Im nächsten Beitrag erzähle ich Euch ein wenig über die legendären Plitvicer Seen , die wir noch für 2 Tage besucht haben.

Alles Liebe,

Eure Anja