Hallo liebe BlogleserInnen,

nachdem wir im Sommer einige Ausflüge gemacht hatten, wie z.B. in den Karwendel-Alpenpark oder an den Achensee, war es Ende August endlich wieder Zeit, in die Ferne zu schweifen 🙂

 

Mit einem Wohnmobil ist man sehr flexibel und so hatten wir uns für den diesjährigen Sommerurlaub drei mögliche Ziele ausgesucht: Frankreich, Italien und Kroatien.

In Kroatien war das schönste Wetter voraus gesagt und so ging es nun schon um dritten Mal in Folge in diese wunderschöne Region im Süden Europas.

Am Millstätter See in Österreich wollten wir für eine Nacht rasten. Aber das wäre einfach viel zu schade gewesen und so blieben wir zwei Nächte dort und schauten uns die Umgebung an. Vor allem das Städtchen Millstatt alleine ist schon eine kleine Reise wert.

Leider hatte ich bei der Radtour meinen Fotoapparat vergessen und so kann ich hier gar keine Fotos vom Ort zeigen. Wunderschön, sage ich nur. Und wer mal dort in Nähe, an der  „Perle Kärntens“ vorbeikommt, sollte sich den See und das Städtchen wirklich anschauen. Das „Kap 4613“ ist hier für eine kleine Einkehr unbedingt zu empfehlen. Man sitzt auf einer beweglichen Terrasse auf dem See und in der Sonne. Wunderbar. Das Essen schmeckt und alles ist erstaunlich günstig. Auch Drinks und Cocktails sind hier keine Mangelware…hicks.. 😉

Nach zwei Tagen dann ging es jedoch weiter nach Kroatien und dort auf die Fähre nach CRES. Eine Woche vorher wusste ich nicht mal etwas von dieser lang gezogenen Insel, die gleich unterhalb von Krk liegt, und nun stand ich auf der Fähre, die die Menschen in ca. 20 Minuten dort hinüber bringt.

Uwe machte sich ein wenig Sorgen: Das erste Mal mit dem WoMo auf eine Fähre. Es hat aber alles wunderbar geklappt. Zack-Zack war das Schiffchen voll und konnte zügig ablegen.

Auf der Insel hatten wir noch ca. 70km bis zu unserem eigentlichen Ziel zu fahren. Die Straßen, ach was Straßen, die Sträßchen sind dort aber teilweise so abenteuerlich, dass wir für diese lächerliche Entfernung mehr als zwei Stunden benötigten. Vor allem die Strecke von Osor zum Camp „Baldarin“ hat es in sich 😉

Baldarin ist eine sehr naturnahe Anlage und wer es rudimentär mag, der ist hier richtig. Ich persönlich fand es dort ein bisschen zu einfach, aber Uwe fühlte sich pudelwohl und ein zufriedener Gatte ist ja enorm wichtig ( habe ich mir heute Morgen sagen lassen 😀 ). Die Strände sind leider noch nicht so richtig für die wenigen Touristen angelegt, bzw. zugänglich gemacht. Im Grunde ist das ja auch gut so und falls dort nichts weiter ausgebaut werden sollte – umso besser, wenn ich ehrlich bin. Spaziergänge in die umliegende Umgebung sind unerlässlich.

Einen Kilometer vor dem Platz liegt der Ortsteil Pogana. Dort gibt es einen Insidertipp für leckeres Essen. Das Lokal hat wohl keinen Namen, ist aber trotzdem sehr beliebt und auch bekannt. Alles geht sehr einfach und familiär zu. Die Besitzer haben wohl einen eigenen Fischkutter und was am Tag gefangen wird, wird abends serviert. Auch um Vegetarier wird sich bemüht!

Vom Campingplatz aus kann man zum Beispiel einen schönen Ausflug per Wassertaxi auf die benachbarte Insel „Losinj“ und dort in das Örtchen „Mali Losinj“ unternehmen. Der Kapitän ist ein sehr netter Mann. Sein Boot ist ganz neu und muss preislich wohl im höheren 5-stelligen Bereich gelegen haben. Da muss er viele Touristen in der Gegend herum fahren, bis sich das bezahlt gemacht hat.

Sein Hund darf leider nicht mit aufs Wasser und als wir nach ca. 5 Stunden zurück kamen, wurde Herrchen begrüßt, als ob er wochenlang abwesend gewesen wäre 😉 Schon bemerkenswert, so ein Tier manchmal 😉

Lustig ist die Anordnung der Sitze auf dem Boot: Die Fahrgäste sitzen nicht nebeneinander, sondern hintereinander. Eine gute Idee, denn so muss der Verantwortliche nicht noch zusätzlich darauf achten, ob sich leichtsinnige Touristen während der Fahrt zu weit aus dem Boot lehnen und man selber muss sich nicht den Hals verdrehen, um bei der ca. 30-minütigen Fahrt halbwegs etwas zu sehen 🙂

Mali Losinj ist miniklein, aber hübsch. Bunte Häuser säumen den schnuckeligen Hafen und davor schaukeln kleine Bötchen auf dem Wasser. Man hat hier auch keineswegs das Gefühl, die Zeit könnte nicht ausreichen und man würde vielleicht etwas verpassen. Wir hatten in den dreieinhalb Stunden Aufenthalt sogar noch Zeit für ein schönes Mittagessen.

Da wir die Fahrräder mitgenommen hatten – unerlässlich bei einer Reise mit dem Wohnmobil – , konnten wir uns auch die nähere Umgebung ein wenig ansehen. Bis zum nächsten Ort sind es ca. 4 km. Naja, „Ort“ ist da eigentlich schon übertrieben, es ist eher ein Weiler, der sich „Punta Kris“ nennt. Man schaut einmal links und einmal rechts, dann ist man durch. Aber leckeren Sirup gab es da.

Nach Osor sind es von dort aus dann aber nochmals hügelige 10km und da muss man sich auch mit einem E-Bike schon ganz schön abstrampeln.

In Osor gibt es eine kleine Eisenbrücke von ca. 20m Länge. Diese verbindet die beiden Inseln Cres und Losinj. Zwei Mal am Tag, nämlich morgens um 9 Uhr und nachmittags um 17 Uhr, wird sie per Handbetrieb zur Seite gekurbelt, um Fischerboote und Yachten passieren zu lassen. Von dort sind es dann noch 3km bis zum nächsten Ort auf der Nachbarinsel.

Es wäre aber einfach zu schade, das 80-Einwohner-Dörfchen Osor links liegen zu lassen. Es ist einen Besuch in jedem Fall wert. Von der Hauptstraße aus ahnt man noch nichts von den typischen, engen Gässchen und alten Häusern, die teilweise aber hübsch heraus geputzt sind.

Ganz oben gibt es die Pizzeria, „Livio“, die aber erst ab 17 Uhr eine Pizzeria ist, wie wir leider feststellen mussten. Nun ja, man ist ja flexibel…sogar als Vegetarierin, vor allem, wenn einem nichts anderes übrig bleibt und man hungrig ist 🙂

Vom Wirt haben wir auf Nachfrage erfahren, dass in den  Gastronomie-Klassen  in Kroatien viele Fremdsprachen gelehrt werden: Neben Kroatisch und Italienisch natürlich, gleich als nächstes deutsch und englisch. Außerdem französisch und nun neuerdings auch Russisch. Ich muss mich immer wieder wundern. Ich glaube, Kroaten sind ganz besonders sprachbegabt. Beneidenswert!

Nach einer Woche Baldarin entschlossen wir uns dann, wieder in die Zivilisation zurück zu kehren und machten uns auf Richtung Cres Stadt. Nach einer guten Stunde auf kurvigen Straßen nähert man sich von oben dem kleinen Städtchen und es bietet sich dem Besucher ein  malerischer Anblick.

Das Camp „Kovacine“ liegt ca. 2km hinter der Stadt, sodass es dieses Mal ein Leichtes war, diese zu erreichen.

Einfach nur die Fotos schauen:

Sonne, Hafen, Bilderbuchkulisse, gutes Essen, kleine Lädchen und nette Leute…

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Die Bucht von Cres kann übrigens wunderbar mit dem Fahrrad umfahren werden. Naja, wenn man „sonst nichts zu tun hat“, macht man das – so wie wir 😉

In Cres soll es übrigens das beste Olivenöl überhaupt geben. (Meinen die damit, das beste Olivenöl der WELT?). Aber behaupten das nicht alle Regionen, die dieses kostbare Öl herstellen von ihrem Produkt? Das Öl ist sehr teuer und wenn ich teuer sage, meine ich teuer. Wir haben trotzdem einen Liter mitgenommen.

Mit dem WoMo unterwegs zu sein heißt auch „Hummeln in die Popo“ zu haben 😉 und so ging es nach 3 Tagen wieder aufs Festland zurück und dort nach Porec/Istrien.

Porec mausert sich langsam aber sicher zu unserer Lieblingsstadt in Istrien und wir haben mit Erstaunen festgestellt, dass die Gemeinde seit letztem Jahr wohl ein wenig investiert hat 🙂

Aber sonst alles wie immer: Alles locker, viele kleine Lädchen, die zum Geldausgeben einladen 😉 , unzählige Restaurants und Bars. Südliches Leben eben und wir haben auch wieder alles abgeklappert, auch wenn wir es schon kannten 😉

Ein mal mehr gutes Essen in dem schönen, nicht ganz billigen, aber sehr guten Restaurant im mittelalterlichen Gemäuer genossen: „Peterokutna Kula“. Und dieses Mal hoch oben auf dem Turm, von wo aus man einen wundervollen Blick über die Stadt mit ihren engen Gässchen und über die Bucht genießen kann.

Unser Domizil lag ca. 7km von Porec entfernt: Der Campingplatz „Ulicka“. Der Platz ist der beste und schönste der nun schon vier, bzw. fünf  Anlagen, die wir bisher in Kroatien besucht oder besichtigt haben. Eine gute Mischung aus Valalta, Cres und Baldarin. In jedem Fall gefällt uns der Strand hier am besten und die vermeintlichen Öl-Probebohrinseln, die wir entdeckt hatten, entpuppten sich später als Erdgasbohrinseln. Zum Glück. Es ist mir zwar nicht ganz klar, ob die Erdgasförderung sicherer und unschädlicher ist, als die Ölförderung, aber es wäre wirklich schade und vor allem unverantwortlich in der saubersten Mittelmeerregion Europas nach Öl zu bohren. Ein Nachbarland hatte nach der Zulassung von Probebohrungen durch den kroatischen Staat seinerseits Besitzansprüche angemeldet und nun streiten die sich sicher erst mal. Das kann dauern, wie ich denke  🙂 –> *Füße hoch leg*

Abends kann man am sogenannten „Dolphin Lodge“ Delphine beobachten. Aber man muss schon ein Fernglas dabei haben, denn die Tiere bleiben natürlich weit draußen. Es gibt jedoch Schiffsfahrten zwecks Beobachtung der Delphine, die dann wohl sehr nah heran kommen. Ich hoffe, die Tiere fühlen sich dadurch nicht gestört.

Es gibt auch einige Restaurants auf Ulicka, aber nicht so viele wie auf Valalta. Es ist hier alles etwas ruhiger und das ist auch gut.

Wie das nun leider immer so ist, dauert kein Urlaub ewig und so vergingen die letzten Tage nun auch wie im Fluge. Auf vielfaches Nerven eines einzelnen Mitreisenden blieben wir sogar noch einen Tag länger, als geplant. Das Wetter ließ aber auch wieder mal nichts zu wünschen übrig! Es fiel wirklich schwer dieses Mal.

Und dann hatten wir noch Glück:

Kurz nachdem wir die österreichisch-deutsche Grenze passiert hatten, wurde bekannt, dass das Schengenabkommen dort ab sofort ausgesetzt werden würde. Puh…

Am darauf folgenden Tag gab es kilometerlange Staus an den Grenzen.

 

Habt ein schönes Wochenende,

Anja & Uwe