Hallo liebe BlogleserInnen,

der Gedanke eines kleinen Kurztrips nach Norditalien gefiel uns irgendwie und von hier aus ist es ja nicht so sehr weit. Die Sonne suchen 😉

In guten vier Stunden kann man mit einem Wohnmobil bequem am Gardasee sein. Aber nur, wenn nicht grade Sommer und Urlaubshochsaison in Italien ist 😉 Und auch im Herbst kann man Glück mit dem Wetter haben…oder auch Pech 😉

Wir hatten beides, aber dazu später.

Wenn man die Landstraße nach Riva del Garda nimmt, fährt man bald auf ein wunderschönes Seepanorama zu. Aber Riva del Garda hält leider nicht, was es von Weitem verspricht und so nahmen wir nach einem Mittagessen und einer kleinen, enttäuschenden Erkundungstour durch den Ort gleich die Straße, weiter an der Ostküste des Sees entlang.

Die Küstenstraße ist kurvig und langgezogen. Nach jeder Ecke entdeckt man Neues und immer schönere Ausblicke. Zumindest kommt es einem so vor und so landeten wir denn auch in Malcesine, einem malerischen Küstenort über dem das Scaligerkastell ganz erhaben thront.

Da wir mit dem Wohnmobil etwas außerhalb geparkt hatten, „genossen“ wir ca. 3km bis zur Burg entlang des Sees – und später auch wieder zurück.

Die Burg selber ist sehr interessant und wunderschön gleich auf einem Felsen am See gelegen. Hervorzuheben sind die Zinnen in Schwalbenschwanzform, die übrigens in der Form auch an Brücken, Türmen und so weiter in der ganzen Gegend zu finden sind. Im Kastell selbst befindet sich ein kleines Goethe-Museum. Goethe, der auf seiner ca. 2 Jahre andauernden Italienreise Ende des 18. Jahrhunderts auch diese  Burg besucht hatte, war dort beinahe versehentlich als Spion verhaftet worden 🙂

Gleich unterhalb der Burg gibt’s das wohl beste Eis in Norditalien. Der Mann hat dort so etwas, das man wohl als Goldgrube bezeichnen würde: Alle Burgbesucher marschieren automatisch an seinem Haus vorbei. Da ist es ganz klar, dass sich schnell eine Warteschlange mittlerer Länge an seiner Eisdiele bildet, vor allem bei schönem Sonnenschein. Ich will nicht wissen, wo der Mann seinen Winter verbringt 😉

Durch enge, mittelalterliche Gässchen gehts dann weiter kreuz und quer durch das kleine Örtchen. Wirklich wunderschön und viele kleine Geschäfte gibt es, die zum Stöbern und Staunen einladen.

 

Am Hafen kann man direkt am Wasser sehr gut essen. Man sitzt auf einer Terrasse in der noch warmen Sonne und kann den Blick über den herbstlich verträumten See schweifen lassen.

Von Malcesine aus ging es für uns dann später weiter auf der Küstenstraße durch viele Seeortschaften durch immer Richtung Süden. Ganz unten befindet sich Sirmione, ein auf einer lang gezogenen Landzunge gelegenes Örtchen, das nun aber auch zu dieser Jahreszeit viele Besucher anlockt.

Auch hier eine Burg gleich am Wasser, die auf die Scaliger, die früher einmal wohl ganz Norditalien beherrscht haben, zurück geht. Das „Castello Scaligero“ verfügt jedoch über eine Besonderheit: Es hat einen eigenen befestigten Hafen. Die Burg konnte also vom Wasser aus versorgt werden, falls der Weg von Landseite aus einmal versperrt gewesen wäre, zum Beispiel durch Belagerung. Aushungern lassen war damit also sehr erschwert und der Hafen war zur damaligen Zeit wohl eine ziemlich ausgebuffte Sache, wie ich finde 😉

 

Auch in Sirmione schöne kleine Gässchen, in denen man sich verlieren kann, gutes Essen wird an jeder Ecke sozusagen angeboten. Kleine Lädchen, Eisdielen ohne Ende, mediterranes Flair.

Eine besondere Erwähnung verdient die „Piazza Caducci“: Gesäumt von bunten Häusern, die Restaurants und Tavernen beherbergen. Mit einem Blick auf den See kann man sich hier sehr lange aufhalten. Es ist eine der reizvollsten Platzanlagen von Sirmione und was wir hier NACH dem Essen bekommen haben, sehr Ihr hier:

 

Auch wenn wir das Gefühl hatten, platzen zu müssen. Genascht wurde trotz allem. Aber die frechen Spatzen haben uns ein wenig dabei geholfen 🙂

 

Am nächsten Tag stand dann „Das Tor Italiens“ auf dem Programm: VERONA.

Leider hat das Wetter es an diesem Tag nicht so gut mit uns gemeint, aber Verona im Regen hat auch nicht jeder und von so einer Lappalie wie Regen lässt sich der gemeine Städteerkundler ja wohl keineswegs einschüchtern! 😉

Los ging’s an der Porta del Palio. Von dort über die breite Stradone Porta Palio zum „Castelveccio“ und der gleich dahinter liegenden „Ponte Scaligero“. Der geneigte Leser bemerkt es schon: Die Scaliger waren und sind hier allgegenwärtig ;-). Das Kastell und die Brücke sind sehr imposant und verfügen auch wieder über die typischen Schwalbenschwanzzinnen, die ich persönlich sehr hübsch finde. Die ganze Anlage ist in einem beeindruckenden Ziegelrot gehalten. Die Ponte Scaligero wurde als Fluchtweg über die Etsch erbaut und bot in der Breite genügend Platz für zwei nebeneinander fahrende Fuhrwerke. Die Brücke mutet ein wenig trutzig an. Trotzdem erscheint sie elegant.

Wenn man vom Castelveccio, was so viel wie „Alte Burg“ heißt, nach links über die Via Roma geht, stößt man direkt auf die „Piazza Brà“ mit der weltberühmten Arena, die ich mir allerdings ein bisschen besser erhalten vorgestellt hatte. Wenn man aber bedenkt, dass das Bauwerk bereits ca. 2000 Jahre auf dem Buckel hat, erscheint mir meine Erwartung nun auch wieder ein wenig unrealistisch 🙂

Wer gerne einen kleinen Einkaufsbummel machen möchte, nimmt nun die Via G. Mazzini. Diese beheimatet viele Markenboutiquen von Weltrang. Leider habe ich hier nun nichts entdeckt, was ich hier in München nicht auch bekommen könnte. In der Nähe einer Metropole zu wohnen, hat manchmal auch Nachteile 😉

Von der Via G. Mazzini stößt man genau auf die „Piazza delle Erbe“, die sehr schön von alten Bauten umrahmt wird. Den ganzen Tag findet man hier „Marktstände“ geöffnet vor, die nun aber leider größtenteils zu Touristenneppbuden verkommen sind. Schade…

Hält man sich nun rechts, findet man etwas versteckt das wohl berühmteste Haus der Stadt, die „Casa di Giulietta“.

In diesem Viertel Verona’s kann man nun einiges entdecken: alte Kirchen, malerische Plätze, enge Gässchen und imposante Gebäude, von denen eine Vielzahl in dem typischen weiß-roten Stil gehalten sind.

Mich persönlich hat der Friedhof der Kirche „Santa Maria Antica“ sehr beeindruckt. Es ist wohl der ungewöhnlichste Friedhof, der sich denken lässt. Mehr kann ich dazu nicht sagen und da wir auf Grund des Wetters keinen Fotoapparat auf die Erkundungstour mitgenommen hatten, gibt’s an dieser Stelle auch leider kein Foto 😉 –> Selber schauen ist angesagt 🙂

(Anmerkung: Alle Verona-Fotos stammen von Uwe’s iPhone)

Was der Besucher auch noch unbedingt sehen sollte, sind er Dom und die sich halb links dahinter über die Etsch erstreckende Brücke „Ponte Pietra“. Wer die Brücke überquert, sollte sich dann auch nicht den „Colle San Pietro“ entgehen lassen: Eine leider nicht zu verachtende Treppe führt gleich hinter der Brücke dort hinauf und ein wunderschöner Blick bietet sich dem Betrachter über ganz Verona. An klaren Tagen soll der Blick bis in die Poebene möglich sein. Wie bereits mehrfach erwähnt,  hatten wir keinen klaren Tag und so war von der Anhöhe aus nicht mal die Arena auszumachen. Grummel…. 😉

Da es in der Stadt für uns leider nichts Besonderes zu kaufen gab, begnügten wir uns mit ein paar Gourmeteinkäufen in einigen der vielen typisch italienischen Feinkostläden: Nudeln in allen Größen und Variationen, ganze Schinken hängen an der Ladendecke, getrocknete Tomaten, Oliven, Salami, Käse, Gebäck. Kräutermischungen, von denen unsereins noch nie gehört hat und natürlich (!!!) Wein. Alles, was das Herz begehrt kann man in diesen Läden kaufen. Wenn man nicht aufpasst, kann man hier auch eine Stange Geld los werden.

Zum Abschluss kehrten wir ziemlich nass und verkühlt in einem kleinen Restaurant ein:
„Romeo y Guilietta“ – wie hätte es anders sein können 😉  – ist das nicht romantisch?  Und entgegen unserer anfänglichen Befürchtung, das Essen könnte hier einfach nur ein überteuerter Touristenreinfall sein, haben wir hier ganz wunderbar gegessen – und gar nicht so sehr teuer.

Italien ist für Vegetarier das perfekte Land, was die Küche angeht. Lecker….

 

Alles Liebe,

Anja & Uwe