Servus, wie (nicht nur) der Wandersmann in Oberbayern zu sagen pflegt ;-),

bei diesem genialen Herbstwetter nicht in die Wanderschuhe zu schlüpfen und die Stöcke zu schnappen, wäre schon fast eine Sünde. Deshalb ging’s bei uns vor Kurzem auf den Brecherspitz.

Unsere Tour begann am Spitzingsee, der im Mangfallgebirge im Münchner Umland liegt. Also eine Stunde Autofahrt bis dahin.  Und von da gehts erst mal bergauf…und bergauf…und bergauf…bis man zur Oberen Firstalm gelangt.

Die Obere Fristalm liegt in einem weiten, fast flachen Gebiet und man ist schon versucht zu meinen, man hätte den Aufstieg geschafft. Leider geht es von der Alm aus erst richtig los 🙂

Von Weitem sieht der Aufstieg gar nicht so anstrengend aus, aber hatten wir das nicht schon manchmal…oder öfters…also fast immer auf unseren Wanderungen? 🙂

Um zum Grat des Brecherspitz zu gelangen mussten wir also fast 2 Stunden kraxeln. Immer weiter hoch und manchmal konnte man den Pfad gar nicht richtig erkennen. Da nutzten leider auch die Ermahnungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) nichts: Abkürzer zerstören die Bergwelt. Bitte bleibt’s auf dem Pfad. Was für’n Pfad?, fragte ich mich so manches Mal.

Nachdem es dann am Ende noch kurz einmal ganz steil geworden ist, eröffnet sich dem „lustigen“ Wandersmann – und der Wanderfrau natürlich auch -, der nun schon halbwegs außer Puste ist und sich einmal mehr freut, „es“ geschafft zu haben, ein wirklich atemberaubendes Alpenpanorama: Man sieht den Spitzingsee, den Schliersee und den Tegernsee in den Tälern links und rechts in ihrem unglaublichen Blau.

Ich muss mich immer wieder über die Stille wundern, die einem in so luftigen Höhen entgegen schlägt. Außer dem Wind ist oft nichts zu hören und Gespräche anderer Wanderer vernimmt man erst kurz bevor man diese trifft.

Leider muss der Freizeitkraxler schnell bemerken, dass er „es“ immer noch nicht bis zum Gipfel geschafft hat. Nein, denn jetzt kommt erst der anspruchsvolle Part: Der Grat zum Brecherspitz sieht von hier aus einigermaßen imposant aus. Die Warnschilder, die hier angebracht sind, sollten  keinenswegs ignoriert, sondern sehr ernst genommen werden: Wer nicht trittsicher und schwindelfrei ist, sollte hier besser umkehren, auch wenn es schwerfällt. Auch alpine Erfahrung wird ab hier voraus gesetzt. An diesem Punkt waren viele vernünftig und sind zurück gegangen. Natürlich nicht, ohne vorher die zauberhafte Landschaft und den Weitblick zu genießen, der an dem Tag durch das spätsommerliche Wetter ganz hervorragend war.

Den Respekt vor der Natur zu verlieren oder die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen, kann leider schlimme Folgen haben. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Wir trauten uns die Gratwanderung einigermaßen zu. Es ist für uns auch nichts ernüchternder, als kurz vor einem Gipfel umzukehren. Fast eine Stunde lang ging es dann über den Grat und ein Blick war schöner, als der andere. Einige Stellen kann man nur dank der angebrachten Seile überwinden.

Am Gipfelkreuz tummelten sich schon einige Wandersleute. Auch wir packten hier unsere Verpflegung aus und ließen die Weitsicht und das Gefühl, einen weiteren Gipfel erstürmt zu haben, auf uns wirken. Auch wenn der Brecherspitz nur schlappe 1683m hat.

Auf dem Rückweg gab’s dann aber erst mal eine zünftige Mahlzeit. Essen auf einer Alm in den Bergen nach einem Klettererfolg ist unvergleichlich, wie ich finde. Mir schmecken diese Mahlzeiten immer ganz besonders gut 🙂

 

 

Der weitere Rückweg ist vergleichsweise leicht und am Ende kann man sogar am Spitzingsee entlang laufen. Was will man mehr?

 

Mal schauen, was als nächstes auf dem Programm steht. Aber nun geht es ja langsam aber sicher in den Winter und ich hoffe dieses Jahr auf eine wirklich kalte Zeit mit viel Schnee, denn es könnte sein, dass ich eine neue Langlaufsympathisantin gefunden habe 🙂

In diesem Sinne pfiatEich,

Eure Anja